“Notfalls rettet sich die USA via Notenpresse” – Eine Replik…

Kurz nachdem sich das US-Parlament und Regierung die Erhöhung der Schuldengrenze beschlossen, wusste es auch die Schweizer Tagespresse schon immer. Der Tagesanzeiger titelt heute:

tagi_usa_notenpresse

Nach einigen (2011, Frühling 2013) Drohungen und Theater rund um den Staatsbankrott, setzt sich immer mehr ein anderes Verständnis des Geldes (um was es letzthin geht) durch. Das ist erstmal ein tolles Zeichen. Ich wage zu behaupten, dass dieser Artikel es noch vor zwei Jahren nie auf die Titelseite des Tagi geschafft hätte. Dies ist bemerkenswert und eine kleine Replik auf den Artikel wert:

Absolut verdankenswert ist Markus Diem Meiers Hervorhebung wie wichtig das Privileg der Weltweltwährung ist, welches die USA geniessen. Dies ist ein Fakt, der vielen Ökonomen zu schätzen abgeht. (Wer’s nicht glaubt den bitte ich auf zur Testfrage: Wie viele prominente Modelle der Geldtheorie gibt es mit modellierter Weltwährung?). Auch ansonsten überzeugt der Artikel über weite Strecken. Dennoch hat sich ein massiver Verständnisfehler des heutigen Geldsystems/Notenbankregimes eingeschlichen. So schreibt er von tiefen Zinsen auf US-Staatsanleihen wegen hohem Anlegervertrauen:

“Die tiefen Zinssätze zeigen einerseits, dass das Land bei den Kapitalgebern nach wie vor höchstes Vertrauen geniesst”

Das ist falsch. Die US-Zentralbank setzt den Zins de-facto so fest. Dies ist das aktuell massgebende Kriterium. Denkspiel: Was würde das FED unternehmen, wenn die erwähnten Zinsen “plötzlich” auf 4% schnellen würden? In anderen Worten, wie schon der damals mächtigste Mann der Welt, FED-Notenbankchef Alan Greenspan sagte, “bei Staatsanleihen geht’s nicht um Risiko”:

Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der USA – speziell heute, aber auch prinzipiell – kann sich per definitonem in einem Regime quasi-fixer Staatsanleihenzinsen nicht in der Zinshöhe zeigen. Sie ist eben gerade das operative Ziel der Notenbank. Damit bleibt als Korrekturmechanismus einer Änderung im Vertrauen der Anleger nur der Wert des Dollars. Und der reagierte übrigens mit einer deutlichen Abschwächung….

– JAS

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2 thoughts on ““Notfalls rettet sich die USA via Notenpresse” – Eine Replik…

  1. […] Für Gold ist das im Speziellen so, weil seine hohe Bedeutung für das Geld- und Kreditsystem immer allen – bis in die Regierungen und speziell Notenbanken hinein klar ist. Sogar nach der Abschaffung des Bretton Woods Gold-Dollar Standards resp. des amerikanischen Defaults auf ihre Ausslanddschulden, war das weiterhin allen FED-Chefs klar: Beispielsweise Paul Volker oder Alan Greenspan wussten genau worum es beim Gold geht und warum sein Preis höchst politisch ist. Dies alles ist zwar, wie in vielen Dingen, durch obige Indizien hinreichend belegt, bleibt alles in der Ecke der “Verschwörungstheorien” bis es im Nachhinein eh alle wussten (1,2). […]

  2. […] ‘manipuliert’ resp. mehr oder minder zentral administriert. Das gilt für alle wichtigen Zinsen, alle wichtigen Rohstoffe & alle wichtigen Messgrössen wie Konsumgüterpreise (Inflation) und […]

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